Prekäre Situation in Venezuela treibt Nachkommen nach Slowenien

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France Prešeren
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Prekäre Situation in Venezuela treibt Nachkommen nach Slowenien

Ungelesener Beitrag von France Prešeren »

Im vergangenen Dezember sind 6 Nachkommen slowenischer Auswanderer nach Slowenien gekommen, um in Slowenien ein neues Leben aufzubauen. Im Januar waren es bis jetzt 15 weitere Personen. Nochmals 30 Personen mit slowenischen Wurzeln haben den Wunsch, nach Slowenien auszuwandern, bereits bekundet. Der slowenische Staat unterstützt diese Nachkommen bei ihrem Vorhaben, allerdings müssen diese Personen sowohl die Abstammung nachweisen können als auch, dass sie in Venezuela immer einen Bezug zu Slowenien behielten. Desweiteren müssen sie beweisen, dass sie keine Vorstrafen haben, was sich manchmal als problematisch herausstellt, weil die zuständigen venezolanischen Ämter immer wieder kein Papier haben, um dies zu bestätigen.

Ursache für den Exodus aus Venezuela ist die prekäre Wirtschaftssituation und die damit einhergehende explodierende Kriminalität im Land. Eine slowenische Chemie-Doktorin verdiente 10€ pro Monat, während die Lebensmittelpreise denen in Slowenien gleichen. Insgesamt haben Venezuela in den vergangenen Jahren bereits über 5 Mio Menschen deswegen verlassen.

335 Personen mit slowenischer Staatsangehörigkeit leben in Venezuela und bis zu 1000 Nachkommen mit slowenischer Abstammung.
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Trojica
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Re: Prekäre Situation in Venezuela treibt Nachkommen nach Slowenien

Ungelesener Beitrag von Trojica »

France Prešeren hat geschrieben: 21. Jan 2020 12:52 diese Personen sowohl die Abstammung nachweisen können als auch, dass sie in Venezuela immer einen Bezug zu Slowenien behielten
In welchem Zeitraum sind die Vorfahren dieser Rückkehrwilligen nach Venezuela ausgewandert? Zur K&K Zeit?

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France Prešeren
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Re: Prekäre Situation in Venezuela treibt Nachkommen nach Slowenien

Ungelesener Beitrag von France Prešeren »

Nicht ganz so lang. Nach Südamerika sind Slowenen vor allem kurz nach dem Krieg ausgewandert. Habe mal Nachfahren von Slowenen aus Brasilien kennengelernt und deren Vorfahre war schlichtweg ein Kollaborateur der Nazis und der hatte gute Gründe, nicht in Jugoslawien zu bleiben. Titos Partisanen haben auch nach Kriegsende nicht lange gefackelt bei solchen Personen.

Ich gehe davon aus, dass das auf die meisten Slowenen in Südamerika zutrifft, was natürlich nichts über deren Nachfahren sagt.
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posteo
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Re: Prekäre Situation in Venezuela treibt Nachkommen nach Slowenien

Ungelesener Beitrag von posteo »

Trojica hat geschrieben: 21. Jan 2020 19:17 In welchem Zeitraum sind die Vorfahren dieser Rückkehrwilligen nach Venezuela ausgewandert? Zur K&K Zeit?
Da gab es mehrere Ausreisewellen. Vor dem ersten WK1, dann nach dem WK1, als die Leute dann nichts mehr zum
Aesen hatten und es keine Jobs gab. Da sind die unsrigen Verwandten abgehauen, allerdings nach Argentinien und
nicht nach Venezuela.
Da gab es oft Großfamilien mit 10 Kinder und die Mädchen gingen dann mit den Männern mit in das Ausland.

Auch hatten die Kirchenleute oft ein Interesse, weil die Auswanderer ihre ganzen Habschaften den Popen verkauften
und übergaben. Später kamen dann paar Leute wieder zurück - bettelarm und ohne Grundstücke, weil die ja die Kirche
hatte.
Die nächste Ausreisewelle war zwischen dem WK1 + WK2, wo ein großer verwandter Teil gen US+A auswanderte und
nicht mehr zurück kamen. Ein Teil ging nach Frankreich. Die US-Auswanderer paarten sich wieder um mit Norwegerinnen
und Engländerinnen. Ein mords Chaos.

Später wanderten Zahlreiche nach dem WK2 gen Canada aus. Nach Südamerika trieb es dann eher weniger Leute.
Ausser paar Adolf-Fanatiker, welche mit dem Tito und seinen Partysanen nicht klar kamen.
Die meisten im Dorf, landeten dann irgendwo im Ruhrpott, München, Stuttgart oder Österreich. Paar Bekannte in der
Schweiz.
Südamerika war da eher out, weil Deutschland billige Lohnsklaven benötigte. Die eigene Elite dort, musste ja studieren


Venezuela leidet aktuell unter dem Dreck der US+A. Die meisten Milliarden im Land gehen wg. den USA + ihrer
Sanktioniererei drauf. Der aktuell selbsternannte Ersatzpräsident macht im Ausland überall das Opfer - die
Federführenden sind aber US-Amerikaner, welche das Land schon jahrelang knechten.
Eine Zeit lang war ein Packung Klopapier in Venezuela mehr wert, als eine Schubkarre voll mit Geldscheinen.
Aktuell dominiert der Tauschhandel

Möglich ist, dass ehemalige Slowenischstämmige gen Slowenien wieder zurück kehren? Dort kracht es wirtschaftlich
auch gehörig. > 45 % Inflation, Kursschwankungen, Geld nichts mehr wert, usw.
Vermutlich leben in Argentinien prozentual mehr exil-Slowenen vs. Venezuela. Jetzt werden vermutlich mehr
Argentinier einen Antrag stellen, auch wenn nur ein slowenischer Schäferhund im Stammbaum ?



ps.
BMW war mal einer der größten Reisexporteure in Argentinien. Harley-Davidson handelte mit argentinischen
Weinen, im Export und Apple ließ sich erst gar nicht auf diese Schmuhgeschäfte im Land ein, weshalb es auch
keine Apfel-Läden in Argentinien gibt

Südamerika ist ein Jungle.
Montevideo - Buenos Aires 180 € mit dem Schiff hin + zurück ( 90 € pro Person )