Amoklauf im Krankenhaus von Izola

Wenn es über Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr hinausgeht.
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France Prešeren
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Aug 2016 23 22:12

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

Ein 70 jähriger Mann (Darko Gregorič) hat am Montag (s)einen Arzt (Luis Guillermo Martinez Bustamante, 36) und einen Polizisten (43) erschossen. Einen weiteren Polizisten hat er schwer verletzt und selber wurde er dann auch getötet. Nach inoffiziellen Informationen soll der bereits wegen Raubüberfällen vorbestrafte Mann Prostatakrebs gehabt haben und wegen der in Slowenien üblichen langen Wartezeit ausgerastet sein. Der schwer verletzte Polizist ist inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

Anbei die Wartezeiten für die unterschiedlichen medizinischen Bereiche, wobei sich diese Wartezeit täglich verlängert.
Bild

1. Rheumaambulanz 464,7 Tage
2. Ambulanz für Oralchirurgie 168,5 Tage
3. Augenambulanz 152,3 Tage
4. Ambulanz für zervikofaziale Chirurgie 148,9 Tage
5. Dermatologische Ambulanz 135,3 Tage
6. Urologische Ambulanz 134,8 Tage
7. Kardiologische Ambulanz 132,2 Tage
8. Orthopädische Ambulanz 126 Tage
9. Gynäkologische Ambulanz 114 Tage
10. Physiotherapie 110,5 Tage
11. Neurologische Ambulanz 108,8 Tage
12. Psychiatrische Ambulanz 101,4 Tage
13. Diabetologische Ambulanz 67 Tage

In den vergangenen 2 Jahren sind bereits 4 slowenische Polizisten bei der Ausübung ihres Dienstes gewaltsam zu Tode gekommen und seit 1991 ist es der siebte Polizist. Erst Ende Juni hat ein 22 jähriger Deutscher einen 30 jährigen slowenischen Polizisten erstochen und sich kurz darauf selber erstochen.
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posteo
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Aug 2016 29 17:37

Re: Amoklauf im Krankenhaus von Izola

France Prešeren hat geschrieben: Erst Ende Juni hat ein 22 jähriger Deutscher einen 30 jährigen slowenischen Polizisten erstochen und sich kurz darauf selber erstochen.
super :lolwackel: macht Sinn

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robbie-tobbie
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Okt 2016 18 07:30

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

Dass das slowenische Gesundheitssystem wirklich krankt, "durfte" ich jetzt an einem Beispiel in unserer Familie selber erkennen. Mein Onkel müsste dringend am Herzen operiert werden (Aorten-Klappe). Der gute Mann ist 80 Jahre alt, bis auf die Herzklappen-Geschichte aber noch topfit, sowohl körperlich als auch geistig. Bei der ganzen Geschichte gibt es ein paar Tatsachen, da kann ich selber nur mit dem Kopf schütteln:

- er soll eine biologische Klappe implantiert bekommen, die Funktionsdauer einer solchen Klappe ist auf ca. 10 Jahre begrenzt. Als mein Onkel mir das erzählte, kommentierte er das so: "Und wenn ich jetzt Lust habe, älter als 90 zu werden? Reißen die mich dann wieder auseinander? Mit 90 Jahren...?" Fähige Chirurgen sind durchaus in der Lage, eine Herzklappe zu reparieren - und diese "Reparaturen" halten wesentlich länger als Ersatzklappen.

- die biologische Klappe kostet in Deutschland 14.000€ - in Slowenien 24.000€ :eek: und das vom selben Hersteller. Von daher wird in SLO nach "günstigem Ersatz" gesucht... mit derselben Qualität? Das bleibt noch fraglich...

- solche Operationen werden in D mittlerweile wenn irgend möglich minimal-invasiv gemacht - Vorteil: wesentlich weniger Wunden, somit deutlich schnellere und bessere Heilungschancen. In Slo jedoch wird nach wie vor der komplette Brustkorb aufgesägt, etliche Rippen gebrochen und was sonst noch so dazu gehört. Es sei denn - man hat 45.000€ übrig, dann wird auch minimal-invasiv operiert. Für meinen Onkel natürlich ein Pappenstiel bei 300€ Rente monatlich :kopfwand:

Ach so, zu guter Letzt: die OP sollte eigentlich schon Ende September stattgefunden haben. Da jedoch der Arzt selbst erkrankt ist (gibt wohl nur einen Herzchirurgen in SLO???), wurde das verschoben, einen neuen Termin gibt es bis heute nicht. Und die ganzen Papiere, die für die OP zusammengetragen werden mussten, haben nur eine "begrenzte Haltbarkeit" :hae: Jetzt muss der ganze Mist wieder komplett neu organisiert werden... Die OP sollte übrigens in Izola stattfinden...

Fassungslose Grüße
Robert
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France Prešeren
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Okt 2016 18 13:11

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

Dass es diese Operationsweise überhaupt noch gibt bei dieser Operation, hätte ich auch nicht gedacht.

So schön es für mich wäre in Slowenien zu leben, solche lebenswichtige Nachteile muss man dann einkalkulieren. Allein deswegen kann man eigentlich nicht empfehlen, seinen Lebensabend in Slowenien zu verbringen. Da kann das Leben schneller vorbei sein als es nach aktuellem Stand der Wissenschaft notwendig wäre.

Deinem Onkel alles Gute und dass er diese schwere Operation möglichst schnell übersteht.

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Okt 2016 19 09:31

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

France Prešeren hat geschrieben:Dass es diese Operationsweise überhaupt noch gibt bei dieser Operation, hätte ich auch nicht gedacht.
Hat mich auch sehr überrascht...

France Prešeren hat geschrieben:....
So schön es für mich wäre in Slowenien zu leben, solche lebenswichtige Nachteile muss man dann einkalkulieren. Allein deswegen kann man eigentlich nicht empfehlen, seinen Lebensabend in Slowenien zu verbringen. Da kann das Leben schneller vorbei sein als es nach aktuellem Stand der Wissenschaft notwendig wäre.
....
Da muss ich Dir leider Recht geben :sad:

France Prešeren hat geschrieben: Deinem Onkel alles Gute und dass er diese schwere Operation möglichst schnell übersteht.
Vielen Dank, das wünsche ich mir auch.


Viele Grüße, Robert
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Okt 2016 23 17:32

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

robbie-tobbie hat geschrieben:Dass das slowenische Gesundheitssystem wirklich krankt, "durfte" ich jetzt an einem Beispiel...
es ist halt alles eine Frage des Geldes. Die meisten Verwandten haben eine Zusatzversicherung oder bezahlen diverse
Ärzte aus eigener Tasche?
Das Kranken-/Gesundheitsystem-Level ist der Gleiche wie in den USA. Hast du Privat, bekommst du Premium....bei der
Staatlichen bekommt du Standard+Placebo-Rattengifte - weltweites Problem.
Herschrittmacher konnten die in Slowenien auch schon vor über 40 Jahren einbauen...am Können liegt es nicht. Die
Kranken-Gesundheitshäuser sind halt alle voll.....bedingt durch Spätschäden. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Bein ab-
Aktionen mehren sich.
Too much Alkohol, Nikotin, Fastfood, ...murkst die Leute langsam ab.

Geh mal ein slowenisches Pflegeheim? Da gibt es rechts Premium ( Einzel, Doppel-Bett)...und links dann Standard ( 5 - 6 Betten-Zimmer )
...

Wer als Passdeutscher/Rentner in Slowenien ein Pflegefall wird....wird eh wieder gen Deutschland verbracht, weil die dt.
Pflege-Kassen keine Gelder gen Slowenien transferieren.
Da ist es löblich, wenn man aus Afrika paar Angestellte im Haus hat, welche dann dir helfen :smile: Flüchtlinge gibt es genug
...?

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Trojica
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Okt 2016 23 20:37

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

France Prešeren hat geschrieben:So schön
Aber wenn ich alle meine Entscheidungen dem Worst Case unterwerfen soll, dann ist es besser, wenn ich mir eine Kugel gebe, dann habe ich alle Risiken auf Null reduziert.....

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Okt 2016 26 14:43

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

Das bezieht sich vor allem darauf, dass so manch einer zum Zeitpunkt seines Ruhestandes schon absehen kann, dass er regelmäßig medizinische Betreuung benötigen wird. In dem Fall würde ich dringend davon abraten, nach Slowenien zu ziehen oder auch in eines der anderen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, denn in Teilen Kroatiens ist es sogar noch deutlich schlimmer in Sachen medizinischer Betreuung. Da fängt das Problem schon bei der Erstversorgung durch einen Krankenwagen an, der auch mal 1 Stunde unterwegs ist.
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robbie-tobbie
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Okt 2016 27 08:28

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

Trojica hat geschrieben:Aber wenn ich alle meine Entscheidungen dem Worst Case unterwerfen soll, dann ist es besser, wenn ich mir eine Kugel gebe, dann habe ich alle Risiken auf Null reduziert.....
France Prešeren hat geschrieben:Das bezieht sich vor allem darauf, dass so manch einer zum Zeitpunkt seines Ruhestandes schon absehen kann, dass er regelmäßig medizinische Betreuung benötigen wird.
Ein heikles Thema. Ich bin mir sicher, wenn meine Cousine nicht Krankenschwester mit sehr guten Connections wäre, würde meine Tante (die Frau des oben genannten Onkels) schon lange nicht mehr leben. Klar, man kann das Glück haben und bis ins hohe Alter beschwerdefrei leben und dann irgendwann mal tot umfallen. Aber die letzten Jahre war es in meinem engen Umfeld so, dass das bei KEINEM der zuletzt verstorbenen der Fall war. Die haben sich alle mit irgendwelchen üblen Krankheiten rumgeschlagen, die einer permanenten Versorgung über längere Zeit bedurften.

Andererseits kann es auch in D scheixxe laufen: Mein Vater hatte vor fast genau 7 Jahren eine schwere Gehirnblutung. Vom Zeitpunkt des Notrufs bis zum Abtransport in die Intensiv-Station sind fast zwei Stunden vergangen. Diese lange Zeit war sein Todesurteil. Die "Bergung" (enges Treppenhaus) hat einfach zu lange gedauert.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass die übermächtigen Pharmakonzerne dafür sorgen, dass immer mehr Menschen eine Krankheit "angedichtet wird", aber das ist ein anderes Thema.

Will damit nicht Torijica´s Worst-Case-Aussage bewerten, vom Prinzip her hat er recht. Aber das Geschehen um mich herum hat halt Ängste in mir geschürt, die mich zum Nachdenken anregen...

Viele Grüße, Robert
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Tom
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Okt 2016 28 12:01

Amoklauf im Krankenhaus von Izola

posteo hat geschrieben: es ist halt alles eine Frage des Geldes. Die meisten Verwandten haben eine Zusatzversicherung oder bezahlen diverse
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...?
Diese Erfahrung haben wir mit der Verwandtschaft in Slo auch gemacht. Wer Geld hat, wird bevorzugt behandelt, bekommt zeitnah OP Termine, bekommt eine ausführliche Ärztliche Behandlung und auch zeitlich sinnvoll ( wenn überhaupt) in die Reha verbracht.
Leider ist das wohl so. Jedenfalls bekamen wir diesen Eindruck auch.


@Robert.
Uns geht es auch so, die letzten Jahre haben wir viel erlebt, was die Endlichkeit des Lebens angeht. Nichts bleibt wie es ist, alles ändert sich . Man muss sein Leben leben. Wenn nicht jetzt, wann dann ? Nach dem Exodus ist es zu spät. :prost:
Manche Leute drücken nur ein Auge zu, damit sie besser zielen können.